Ich hatte stets Angebote
Im Gespräch mit Henning Hauger
Sport-Geschäftsführer Jörg Schmadtke hat Hannover 96 zu einer guten Adresse für skandinavische Fußballer werden lassen. Einer von denen, die es an die Leine zog, ist Henning Hauger. Die Umstellung des norwegischen Nationalspielers, er wurde am 17. Juli 1985 in Bærum geboren, auf die Bundesliga hat ein wenig gedauert. Bei seinen bisherigen Einsätzen konnte man sich jedoch davon überzeugen, dass der Mittelfeldspieler für die Roten ein wertvoller Spieler werden kann. Davon werden wir uns im neuen Jahr überzeugen können, wenn er die Folgen einer Leistenoperation endgültig überwunden hat und um seinen Platz in der Mannschaft kämpfen wird. Heute stellen wir Ihnen Henning Hauger von A wie Abdellaoue bis Z wie Ziele vor.
Abdellaoue
Es ist normal, wenn man zu einem Klub wechseln will, bei dem man einen Spieler kennt, dass man mit ihm darüber spricht und sich vorab informiert. Wir haben mehrere Gespräche geführt, und er berichtete mir, dass Hannover 96 ein sehr professionell geführter Verein sei, der eine erfolgreiche Saison gespielt hat und bei dem die Menschen freundlich sind. Das hat mich überzeugt. Moa hat mir dann hier sehr bei der Eingewöhnung geholfen.
Bærum
Bærum ist meine Heimatstadt. Sie liegt zehn Minuten von Oslo entfernt und ist ein Vorort der norwegischen Hauptstadt mit viel Grün und Natur. 120.000 Menschen leben dort. Es ist sehr ruhig dort und ein guter Ort, um aufzuwachsen. In Norwegen gibt es den Begriff „Bæringer“, der für reiche Menschen steht. Doch das ist falsch. Baerum ist zwar ein wohlhabender Ort, doch wie überall leben dort Menschen aller Einkommensklassen.
Bundesliga
In Norwegen wächst jeder mit der englischen Premier League auf, die ist die Nummer eins. Doch nun spielen mehr und mehr norwegische Spieler in der Bundesliga und dadurch ist das Interesse deutlich gestiegen.
Barcelona
Barcelona ist eine großartige Stadt für einen Urlaub. Es gibt den Strand, gute Restaurants, Einkaufmöglichkeiten, einfach alles, um eine gute Zeit zu verbringen. Es ist eine der Städte in Europa, die ich am meisten mag.
De Blaa
„De Blaa“, die Blauen, wird mein Heimatklub Stabæk IF in Norwegen wegen der Trikotfarbe genannt. Ich habe für diesen Verein von meinem fünften bis 25. Lebensjahr gespielt. Stabæk ist für seine gute und erfolgreiche Jugendarbeit bekannt. Es ist kein so großer Klub, sodass die jungen Spieler aus dem eigenen Nachwuchs die Möglichkeit erhalten, in der Profimannschaft zu spielen. 2008 haben wir die Meisterschaft gewonnen, und das war bisher in meiner Vereinskarriere mein größter Erfolg. Ich hatte während der vergangenen Jahre stets Angebote aus dem Ausland, doch wegen meines noch laufenden Vertrages war ich zu teuer, und es war zudem mein Ziel, in eine stärkere Liga zu wechseln.
Deutsch
In der Highschool lernte ich zwei Jahre lang die deutsche Sprache. Da wusste ich jedoch noch nicht, dass ich mal hierher wechseln würde, und habe das nicht so ernsthaft betrieben. Ich verstehe vieles, auch wenn der Trainer zu uns spricht. Moa und ich lernen gemeinsam, um diese Sprache bald auch sprechen zu können.
Die Roten
Es ist ein großer Klub der Bundesliga, der in jedem Spiel viele Fans hat. Ich brauchte nach den langen Jahren bei Stabæk eine neue Herausforderung. Dieser Wechsel war für mich ein sportlicher Aufstieg und wichtiger Karriereschritt. Der deutsche Fußball ist für seine Trainingskultur bekannt, und es ist alles intensiver. Es stellt für mich eine neue Art, Fußball zu spielen, dar, und es war eine gute Wahl, zu 96 zu wechseln.
Hannover
Ich wusste natürlich nicht, was mich hier erwartet. Hannover ist eine sehr schöne Stadt mit viel Grün. Sie bietet alles, was man zum Leben braucht. Die Menschen hier sind sehr hilfsbereit und freundlich. Ich fühle mich sehr wohl in Hannover.
Heimweh
Ich lebe nun in einem für mich neuen Land, in dem doch vieles anders ist. Meine Freundin Milla ist mit mir nach Hannover gekommen. Das war für mich wichtig und macht vieles einfacher. So ist die Umstellung kein großes Problem. Ich vermisse schon meine Familie und Freunde, aber ich würde nicht von Heimweh sprechen wollen.
Nationalmannschaft
Jeder Fußballspieler träumt davon, den Sprung in die Nationalmannschaft zu schaffen. Mein Debüt war für mich ein großer Moment, und ich bin stolz darauf, dass ich als Stammspieler mittlerweile auf 23 Einsätze verweisen kann. Wir haben eine gute Nationalmannschaft und die Enttäuschung war groß, dass wir uns nicht für die Europameisterschaft qualifizieren konnten.
Operation
Ich hatte mir einen Leistenbruch zugezogen und wurde in München operiert. Ich habe nun mit dem Balltraining begonnen und hoffe, dass ich in zwei Wochen wieder mit der Mannschaft trainieren könnte. Es war das erste Mal, dass ich mir eine so schwere Verletzung zugezogen habe.
Pause
Als ich zu 96 kam, da hatte ich sechs Monate lang in Norwegen gespielt und startete hier sofort ohne Pause mit einer harten Saisonvorbereitung. Ich merkte schnell, dass ich körperlich mehr gefordert wurde und benötigte dieses Training. Es ist schwer zu sagen, ob ich vielleicht eine Pause gebraucht hätte.
Plan B
Mit 16 Jahren trainierte ich bereits bei dem Profiteam von Stabæk mit, und da blieb nach der Schule nicht die Zeit, um noch einen anderen Beruf zu erlernen. Ich könnte mir vorstellen, später einmal als Physiotherapeut zu arbeiten.
Ziele
Ich bin gekommen, um mich bei 96 auf die Bundesliga umzustellen und an sie anzupassen. Ich möchte gesund werden, mit der Mannschaft spielen und zeigen, dass ich dafür die Qualität habe.
Dieter Kösel
