Slomka kann Spieler weit bringen
Im Gespräch mit Deniz Aycicek
Altin Lala und Steven Cherundolo, das sind die Namen, die einem sofort einfallen, wenn sich die Frage stellt, wer am längsten bei den Roten ist. Seit Beginn dieser Saison ist ein junger Spieler in den Erstligakader aufgerückt, der den Routiniers in Sachen Vereinstreue nicht nachsteht. Deniz Aycicek spielt seit dem Juli 2002 für Hannover 96. Der am 5. Juli 1990 in Neustadt am Rübenberge geborene Offensivspieler hat einen Profivertrag bis 2013 erhalten und will sich durchsetzen. Bei seinem Talent und vielfältigen technischen Fertigkeiten sollte es nur eine Frage der Zeit sein, bis er den Lala und Cherundolo nicht nur in Sachen Vereinszugehörigkeit Konkurrenz macht. Heute stellen wir Ihnen Deniz Aycicek von A wie Andreas Bergmann bis Z wie Ziele vor.
Andreas Bergmann
Andreas Bergmann war zwei Jahre lang mein Trainer in der U 23. Wir hatten ein sehr gutes Verhältnis zueinander. Sein Wechsel zum VfL Bochum kam sehr plötzlich und überraschend. Es freut mich für ihn, dass er nun in der 2. Liga arbeiten kann. Ich bin mir sicher, dass er seine Ziele bei Bochum erreichen wird.
Die Roten
Ich spiele jetzt das zehnte Jahr für die Roten. Es war ein Zufall, dass ich zu 96 kam. Wolfram Lindemann, der Vater des ehemaligen 96ers Björn, war mein Trainer beim RSV Rehburg und stellte den Kontakt her. Gemeinsam mit meinen Eltern entschied ich mich gegen Werder Bremen, auch weil ich für einen Internatsplatz zu jung war. Mein Einstand in der C-Jugend verlief erfolgreich. Ein Spieler fiel aus und in einem Testspiel gegen Arminia Bielefeld kam ich zum Einsatz, obwohl das eigentlich gar nicht geplant war. Ich zeigte eine gute Leistung und schoss zwei Tore. Seitdem war ich eigentlich immer dabei. Ich habe den Wechsel nie bereut.
Eltern
Meiner Mutter Birgit und meinem Vater Kadir werde ich immer dankbar sein. Egal welches Wetter war, sie haben mich stets zum Training bei 96 gefahren, und mich auch in allen anderen Belangen unterstützt. Sie und meine Schwester Hülya sind bei unseren Spielen immer dabei.
Freiwilliges
soziales Jahr
Während meiner A-Jugend-Zeit hatte ich die Realschule abgeschlossen. Wir trainierten erst abends, und da wollte ich meine Zeit sinnvoll nutzen. Ich war in einem Altersheim in Münchhagen tätig. Diese regelmäßige Beschäftigung hat sich positiv auf meine Leistungen ausgewirkt. Das hat Spaß gemacht und war eine wertvolle Erfahrung für mich, auch weil sich mein Verhältnis zu älteren Menschen positiv verändert hat.
Hannover
Ich suche derzeit eine Wohnung in Hannover. Von Rehburg nach Hannover sind es etwa 50 Kilometer, und ich möchte morgens ausgeruht und nicht vom Verkehr gestresst zum Training kommen. Außerdem ist es jetzt an der Zeit, dass ich mich von meinem Elternhaus abnabele und auch in diesem Bereich selbstständig werde.
Hartmut Herold
Hartmut Herold war mein Trainer bei der U 19. Er hat mir immer wieder das Vertrauen geschenkt, obwohl es auch eine Phase gab, in der ich das Tor nicht getroffen habe. Ich hatte in meinem zweiten Jahr zudem einen Haarriss im rechten Knie, der lange nicht erkannt wurde. Das wirkte sich auf meine Leistung aus. Von daher war ich froh, dass ich den Sprung in die U 23 geschafft habe.
Levent
Mein Bruder hat zunächst bei 96 gespielt und ist dann zu Werder Bremen gewechselt. Er ist jetzt in die U 19 aufgerückt und war vorher mit der deutschen Mannschaft bei der U17-Weltmeisterschaft in Mexiko dabei. Bei Werder trainiert er zweimal in der Woche bei den Profis mit und wurde von Trainer Thomas Schaaf schon in drei Testspielen eingesetzt.
Lieblingsposition
Am liebsten würde ich in der zentralen Position hinter den Spitzen spielen, das habe ich gelernt. Bei der U 23 werde ich zumeist auf der linken Seite eingesetzt und finde mich auf dieser Position immer besser zurecht.
Mirko Slomka
Ich bin jetzt seit drei Monaten im Erstligakader, und seitdem habe ich schon sehr viel von ihm gelernt. Ob sein Training oder der Umgang mit den Spielern, das fasziniert mich. Ich denke, dass Mirko Slomka einen jungen Spieler sehr weit bringen kann, wenn die Leistung stimmt.
Nationalmannschaft
Von der U 14 bis zur U 16 war ich im Kader der Nationalmannschaften und habe auch einige Freundschaftsspiele bestritten. Wegen Rückenproblemen musste ich leider mehrere Lehrgänge absagen, und dann war der Zug erst einmal abgefahren.
Plan B
Mein Profivertrag bei 96 läuft zunächst bis 2013, und darauf konzentriere ich mich. Man hat natürlich immer im Hinterkopf, dass etwas passieren könnte. Konkrete Pläne hätte ich für diesen Fall noch nicht. Ich würde dann gerne dem Sport verbunden bleiben.
Regionalliga
Ich darf mit den Erstligaprofis trainieren und spiele in der Regionalliga. Das ist eine stark besetzte Liga, und jeder Einsatz bringt mich voran. Ich würde mir wünschen, und dies hätte die Mannschaft auch verdient, dass mehr Zuschauer diese Spiele verfolgen und die U 23 unterstützen würden.
RSV Rehburg
Ich hab beim RSV mit vier Jahren mit dem Fußball begonnen. Es hat mir viel Spaß bereitet und ist mit schönen Erinnerungen verbunden. Wenn ich die Zeit finde, dann fahre ich immer noch zu den Spielen des RSV.
Vorname
Im Internet kursieren unterschiedliche Vornamen von mir, nämlich Dennis, Denis oder Deniz. Richtig ist Deniz. Es wäre schön, wenn das geändert werden könnte.
Ziele
Mein erstes Ziel war es, einen Profivertrag zu bekommen. Das habe ich erreicht. Nun möchte ich es schaffen, für ein Spiel in den Kader zu rücken, und dann wäre es großartig, wenn ich meine ersten Bundesligaminuten bestreiten könnte.
Dieter Kösel

