Stadt schafft zusätzlich  293 Jobs
Die Bürgerämter in Hannover werden verstärkt. Foto: Oberdorfer

Stadt schafft zusätzlich 293 Jobs

Die Stadt stärkt die Bürgerämter: 293 zusätzliche Stellen soll es im Jahr 2017 in der Verwaltung geben. Allein 113 fallen dabei in den Bereich „Fallzahlenerhöhungen“. Dahinter verbirgt sich die Arbeit der Bürgerämter und der Ausländerbehörde. Die kamen in diesem Jahr immer wieder an ihre Belastungsgrenzen.

„Durch den Flüchtlingszuzug gibt es immer mehr Fälle, die viel Zeit in Anspruch nehmen“, erklärt Oberbürgermeister Stefan Schostok. Die Antragsteller verfügen häufig über geringe Deutschkenntnisse, die das Verfahren in die Länge ziehen. Dadurch bleiben andere Vorgänge zunächst unbearbeitet.

Mit der Schaffung der zusätzlichen Stellen reagiert die Stadt auf Beschwerden aus den Bürgerämtern, die Mitarbeiter hatten auf das hohe Aufkommen zusätzlicher Arbeit hingewiesen. Die neuen Stellen werden der Stadt etwa 15 Millionen Euro kosten, die aus dem kommenden Haushalt bezahlt werden.

Für die kommenden zwei Jahre hat die Stadt erstmals einen Doppelhaushalt vorgelegt. „Damit umgehen wir langwierige Genehmigungsverfahren der Kommunalaufsicht“, sagte Kämmerer Hansmann bei der Vorstellung des Doppelhaushaltes 2017/18 in der vergangenen Woche. Darin sind Ausgaben von 190 Millionen Euro  für das Jahr 2017 und 184 Millionen Euro für das Jahr 2018 eingeplant.

Zudem startet im Jahr 2017 das Investitionsprogramm „500 plus“. Unter diesem Titel will die Stadt in den kommenden zehn Jahren rund 500 Millionen Euro zusätzlich zum Haushalt ausgeben. „Die wirtschaftliche Entwicklung in Hannover ist gut“, begründet Oberbürgermeister Stefan Schostok das Vorhaben. Vor allem die Einnahmen aus der Gewerbesteuer und die Einkommensteuer „sind auf einem hohen Niveau“, so der Oberbürgermeister.

Die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt Hannover ist gut. Das zeigt sich vor allem an den Einnahmen aus Einkommensteuer und Gewerbesteuer. Stadtkämmerer Marc Hansmann erwartet bei beiden Steuern Rekordergebnisse für 2016. So könnte der Einkommensteuerertrag erstmals bei 250 Millionen Euro liegen, die Gewerbesteuern kommen über die Marke von 600 Millionen Euro. Zum Vergleich: Vor zehn Jahren, im Jahr 2006, lag das Einkommensteueraufkommen bei rund 130 Millionen Euro und das der Gewerbesteuer bei rund 460 Millionen Euro.

„Hannover ist ein Top-Standort für Versicherungsunternehmen in Deutschland“, erklärt Stadtkämmerer Marc Hansmann die positive Entwicklung. Die Mehreinnahmen geben der Stadt mehr Spielraum für zusätzliche Ausgaben. So startet im Jahr 2017 das Investitionsprogramm „500 plus“. Im Laufe von zehn Jahren will die Stadt 500 Millionen Euro zusätzlich zu den geplanten Haushaltsaufwendungen ausgeben. Allein 415 Millionen davon sollen in die Bildung fließen.

Zum Start des Programms im kommenden Jahr wird die Sophienschule  für 40 Millionen Euro saniert.  In die IGS Büssingweg fließen 23 Millionen Euro. Weitere 35 Millionen Euro gibt die Stadt für neue Gymnasialzüge aus.

Von Wilfried Schmücking-Goldmann

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.