Vanessa Kendziorski beginnt eine Ausbildung zur Köchin

Vanessa Kendziorski beginnt eine Ausbildung zur Köchin

Noch sind viele Azubi-Stellen frei – gerade auch für angehende Köche. Bei der Arbeitsagentur Hannover ist das einer der zehn Ausbildungsberufe mit den meisten gemeldeten Stellen: Seit Beginn des Berichtsjahrs im Oktober 2014 waren es 214 – ein Anstieg um 17,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bei den Bewerbern ist die Ausbildung weniger gefragt: 140 Jugendliche haben sich in dem Berichtsjahr bei der Arbeitsagentur mit dem Berufswunsch Koch gemeldet. Vanessa Kendziorski hat sich bewusst für die Ausbildung zur Köchin entschieden. Ab heute lassen wir die 19-Jährige einmal im Monat zu Wort kommen.

In ihrer neuen Arbeitskleidung fühlt Vanessa Kendziorski sich wohl. „Wenn ich sie morgens anziehe, freue ich mich auf den Tag“, sagt die 19-Jährige. Am 1. September hat sie im Best Western Parkhotel Kronsberg ihre Ausbildung zur Köchin begonnen. „Seit ich vor etwa einem Monat die Zusage für den Ausbildungsplatz bekommen habe, denke ich immer öfter: Ja, genau das will ich machen.“

Dabei hatte sie vor kurzem noch ganz andere Pläne. Im vergangenen Jahr hat sie an der Berufsbildenden Schule (BBS) 7 ihren erweiterten Realschulabschluss nachgeholt und wollte danach eigentlich eine Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten machen. Doch nach einem Praktikum in diesem Bereich entschied sie sich dagegen: „Irgendwie hat das nicht gepasst.“
Der Vorschlag, eine Ausbildung zur Köchin zu machen, sei dann von ihrer Mutter gekommen. „Zu Hause backe und koche ich gern und ich war schon immer sehr wissbegierig in der Küche. Früher habe ich meine Mutter beispielsweise immer genau gefragt, welche Gewürze sie verwendet.“ Deshalb habe sie sich auch schnell überzeugen lassen und sich beim Best Western Premier Parkhotel Kronsberg beworben. „Den Tipp hatte ich von Freunden. Sie hatten hier schon übernachtet und einen guten Eindruck“, so Vanessa.

Nach ihrem Bewerbungsgespräch hat sie vier Tage lang in dem Hotel zur Probe gearbeitet: „Das hat mir sehr gut gefallen. Alle Mitarbeiter sind nett und hilfsbereit.“ Und während der vier Tage hat sie sogar schon etwas dazugelernt: „Ich wusste vorher nicht, wie man Omelettes macht. Bei mir ist das immer Rührei geworden“, gibt sie zu. Doch dank der Tipps der Köche habe sie jetzt den Dreh raus: „Auch zu Hause bekomme ich das schon super hin“, sagt sie. Der Trick dabei: „Ganz wichtig ist, dass man das Omelette fertig backen lässt. Man darf nicht versuchen, es umzudrehen. Wenn es langsam fest wird, kann man es zusammenklappen“, verrät sie.

Morgens früh anzufangen oder bis spät abends zu arbeiten, schrecke sie nicht ab. Und das, obwohl sie etwa eine Stunde braucht, um zum Hotel zu kommen. Denn sie wohnt bei ihren Eltern in Letter. Die größte Herauforderung sei für sie der Umgang mit den Gästen. Denn die Köche im Parkhotel stehen nicht nur in der Küche, sondern betreuen auch die Buffets und bereiten Speisen vor den Augen der Gäste zu. „Das fällt mir noch eher schwer. Ich traue mich noch nicht, von mir aus auf die Gäste zuzugehen. Daran muss ich noch arbeiten“, gesteht sie.

Für die ersten zwei Wochen ihrer Ausbildung ist sie nun für den Bereich „kalte Küche“ eingeteilt, wo Salate und Desserts zubereitet werden. „Wir machen hier beispielsweise Eiscrème und Crème brûlée. Das liegt mir besonders. Denn Süßes mag ich noch lieber als Herzhaftes“, sagt Vanessa.

In ihrer ersten Woche hat sie aber vor allem dabei geholfen, Salate zu garnieren und Gemüse zu schneiden: „An der Fingerseite, mit der ich gegen das Messer drücke, habe ich schon eine kleine Blase“, sagt sie: „Aber daran gewöhne ich mich schon. Während meiner Ausbildung werde ich bestimmt noch viele Blasen und auch Verbrennungen bekommen.“ Sie rechnet damit, dass sie im ersten Ausbildungsjahr vor allem viele Schneide- und Reinigungsarbeiten machen muss. Doch das stört sie nicht. „Das gehört ja auch später im Beruf dazu, aber dann ist es halt Routine. Am Anfang muss man erstmal alles lernen.“

Sie träumt davon, sich irgendwann mit einem kleinen Restaurant selbständig zu machen. Dafür möchte sie langfristig auch gern ihren Küchenmeister machen: „Aber darüber mache ich mir noch nicht zu viele Gedanken. Ich lasse das alles erstmal auf mich zukommen.“

Einmal im Monat berichten wir in einer Serie, wie Vanessas Ausbildung verläuft.

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