Vorsorgen für den Ernstfall
Bunkern für den Ernstfall: Hier füllt eine Kundin schon einmal ihre Vorratsschränke auf. Foto: Imago

Vorsorgen für den Ernstfall

Neues Zivilschutzkonzept der Bundesregierung: Jeder Bürger soll einen Lebensmitelvorrat anlegen

Von Andreas Niesmann
Berlin. Deutschland streitet über die zivile Verteidigung. Die Opposition spricht von Panikmache, die Bundesregierung von einer notwendigen Anpassung an die aktuelle Bedrohungslage. Am Mittwoch hat das Bundeskabinett ein über 70-seitiges Zivilschutzkonzept beschlossen.
Darin befindet sich ein ganzes Bündel an Maßnahmen, die im Katastrophenfall zum Schutz der Bevölkerung beitragen sollen. So will die Bundesregierung die Bürger mit einer Art „Weckeffekt“ bei Gefahrenlagen über Kanäle wie Radio, Fernsehen, Sirenen, Lautsprecheranlagen, per SMS und über das Internet vor Gefahren warnen.
Wiederbelebt werden soll das Lagerprinzip für Erdöl und Benzin an bundesweit 140 Standorten, um eine „Vollversorgung“ von mindestens 90 Tagen zu garantieren. Da die Gefahr eines Hacker-Angriffs auf zentrale Versorgungseinrichtungen bestehe, wird ein „Gesamtkonzept Notstrom“ für Bund und Länder angeregt. Das biete die Grundlage für die Bundesnetzagentur, um über „Abschaltungen oder die bevorrechtigte Versorgung lebenswichtiger Einrichtungen“ zu entscheiden.
Außerdem will die Regierung sicherstellen, dass ein Drittel der Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerkes innerhalb von 24 Stunden flächendeckend und gleichzeitig einsetzbar sind.
In dem Konzept befinden sich aber auch Tipps und Vorschläge, wie jeder einzelne Bürger für den Katastrophenfall vorsorgen sollte. Die Regierung empfiehlt die Anschaffung einer Hausapotheke, die Bevorratung mit warmen Decken, Kohle, Holz, Kerzen, Taschenlampen, Batterien, Streichhölzern Akkus und Bargeld. An Nahrungsmitteln sollte das gebunkert werden, was die Bürger für sich selbst im Rahmen der „Eigenverantwortung und Selbstschutzfähigkeiten“ für notwendig erachteten. Auf jeden Fall wird ein Trinkwasservorrat für 14 Tage angeraten.

Peter Bobzin, 47 Jahre, Soldat Merkwürdiger Zeitpunkt. Weiß die Bundesregierung etwa mehr als wir? Ich halte davon nichts, außer es gibt tatsächlich irgendeine Bedrohung.

Peter Bobzin,
47 Jahre, Soldat
Merkwürdiger Zeitpunkt. Weiß die Bundesregierung etwa mehr als wir? Ich halte davon nichts, außer es gibt tatsächlich irgendeine Bedrohung.

 

Leonie Nonnenmacher, 19 Jahre, Schülerin Macht für mich keinen Sinn, da ich aktuelle keine wirkliche Bedrohung sehe, die Lebensmittel zu horten rechtfertigt. Ich halte das für Geldverschwendung.

Leonie Nonnenmacher,
19 Jahre, Schülerin
Macht für mich keinen Sinn, da ich aktuelle keine wirkliche Bedrohung sehe, die Lebensmittel zu horten rechtfertigt. Ich halte das für Geldverschwendung.

 

Alena Wolf, 20 Jahre, Abiturientin Die Medien machen Panik und die Leute laufen los und geben unnötig Geld aus. Was sollte den passieren, das die komplette Versorgungs-Infrastruktur lahmlegt!?

Alena Wolf,
20 Jahre, Abiturientin
Die Medien machen Panik und die Leute laufen los und geben unnötig Geld aus. Was sollte den passieren, das die komplette Versorgungs-Infrastruktur lahmlegt!?

 

Mehmet Sahin, 25 Jahre, Student Das Konzept finde ich gut. Es muss dann aber gut organisiert werden. So verdienen doch höchstens die Supermärkte. Darüber hinaus fühle ich mich in Deutschland doch recht sicher und kann mir kein Szenario vorstellen, in dem man auf solche Vorräte zurückgreifen müsste.

Mehmet Sahin,
25 Jahre, Student
Das Konzept finde ich gut. Es muss dann aber gut organisiert werden. So verdienen doch höchstens die Supermärkte. Darüber hinaus fühle ich mich in Deutschland doch recht sicher und kann mir kein Szenario vorstellen, in dem man auf solche Vorräte zurückgreifen müsste.

 

Vanessa Kleine, 22 Jahre, Erzieherin Wenn eine akute Bedrohung besteht, sollte man meiner Meinung nach schon dafür sorgen, dass man sich und seine Familie über einen gewissen Zeitraum hinweg versorgen kann. Aber nur aus dem Blauen heraus und für den Fall der Fälle macht das wenig Sinn.

Vanessa Kleine,
22 Jahre, Erzieherin
Wenn eine akute Bedrohung besteht, sollte man meiner Meinung nach schon dafür sorgen, dass man sich und seine Familie über einen gewissen Zeitraum hinweg versorgen kann. Aber nur aus dem Blauen heraus und für den Fall der Fälle macht das wenig Sinn.

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