„Wir standen am Abgrund“
Starkes Trio (von links): Nikolaj Georgiew, Mousse T. und Martin Rinderknecht kennen sich schon seit Jahren – und kamen zu dritt zur Gesprächsrunde auf dem roten Sofa der Madsack Mediengruppe. Foto: Oberdorfer

„Wir standen am Abgrund“

Zwei Hannoveraner drehen waghalsige Szenen für den Actionfilm „Point Break“ in 4000 Metern Höhe

von Heike Schmidt
Hannover. Wenn man sich den Trailer zu „Point Break“ ansieht, hat man das Gefühl, der Film besteht nur aus Das_Rote_Sofa_Logo.inddExtremsportszenen, vieles von oben. War das Ihre Chance, mit dem Digicopter überhaupt ins Spiel zu kommen?
Martin Rinderknecht: Ja, klar. Das Team, das zuvor gefragt worden war, hatte abgesagt. Sie haben sich das nicht zugetraut. Dann wurden wir gefragt. Es ging um einen Dreh, bei dem ein Stuntman auf eine Gondel springt. Wir sollten quasi mit dem Läufer mitfliegen.
Nikolaj Georgiew: Das Einzige war, dass wir nicht genau wussten, ob der Copter das aushält – schließlich ging es um eine Szene in 4000 Metern Höhe. Da wird die Luft schon dünn. Der Regisseur hatte dann auch einen großen Helikopter geordert. Zur Sicherheit. Der stand ebenfalls da. Als wir dann mit dem Digicopter die ersten Szenen geflogen sind, hat er sofort gesagt: „Der große kann weg.“
Rinderknecht: Und dann sind aus drei doch 40 Drehtage geworden.

Im Film geht es ja um Überfälle auf der ganzen Welt …
Rinderknecht: Ja, wir waren in Venezuela, auf dem Mont Blanc …
Georgiew: … und überall haben wir am Abgrund gestanden. Angeseilt natürlich. Aber mehr als 20 Zentimeter waren es oft nicht. Und dann ging es 1000 Meter steil runter.

Ist es in so großer Höhe nicht unglaublich anstrengend zu drehen?
Georgiew: Doch. Ich war nach 30, 40 Metern Gehen schon immer außer Puste. Danach habe ich beschlossen abzunehmen.

Und? Hat das geklappt?
Georgiew: Ja, 24 Kilos sind runter (wendet sich an Mousse T.): Das Abnehmvideo habe ich dir geschickt.
Mousse T.: Ja, aber ich habe noch nicht abgenommen (lacht).

Sie geben einander Abnehmtipps? Sie scheinen ja sehr eng befreundet zu sein.
Mousse T.: Ja, sind wir auch. Wie lange kennen wir uns, Nikolaj? 25, 27 Jahre? Wir kennen uns aus der Schule!
Georgiew: Ja, und Erdoğan Atalay von „Alarm für Cobra 11“ auch – wir waren damals alle auf dasselbe Mädchen scharf.

Und wer war das?
Georgiew: Das sagen wir jetzt nicht!

Apropos erinnern: „Point Break“ ist ein Remake von „Gefährliche Brandung“ mit Patrick Swayze und Keanu Reeves. Musste das sein?
Rinderknecht: Schwer zu sagen. Wir haben den Film ja noch nicht gesehen.

Nein?
Georgiew: Nein, wir sehen ihn heute Abend das erste Mal.
Mousse T.: Vielleicht ist es ja ein wenig so wie mit dem Film „Fire and Ice“. Mich hat Willy Bogner mal mit seinem Helikopter vom Expogelände abholen lassen, wir haben dann den Film in Nürnberg gesehen. Aus heutiger Sicht – ich glaube „Fire and Ice“ wurde in den 80ern gedreht – kann die Technik doch viel mehr. Gerade bei Action-Filmen ist das echt von Vorteil.

Wenn Sie einen Wunsch frei hätten: Bei welchem Kinofilm würden Sie gern mal mitarbeiten?
Georgiew: Bond, ganz klar, ein James-Bond-Film.
Mousse T.: Ja! Und ich mache dann die Musik dazu. Aber mit jemandem ganz Frischen, Unbekannten. Und wissen Sie, was toll daran wäre? Dann kommt alles aus Hannover.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.