Zeitumstellung – da müssen wir durch
Bei vielen Menschen gerät durch die Zeitumstellung der Biorhythmus durcheinander.

Zeitumstellung – da müssen wir durch

Von Reinhard Urschel

Berlin. Am Sonntag, 29. März, sollte man sich nicht zu viel vornehmen – denn der Tag wird nur 23 Stunden haben. Die Uhren werden um 2 Uhr auf 3 Uhr eine Stunde vorgestellt. Wie in jedem Frühjahr stellt sich die Frage, ob man einfach weniger schläft oder im Tagesverlauf manche Dinge sein lässt. Am 25. Oktober  bekommt Deutschland die verlorene Stunde wieder zurück, wenn die Sommerzeit endet: Dieser Tag wird 25 Stunden haben.
Richtig Freude haben die Leute hierzulande nicht an der Zeitumstellung. Seit allgemein bekannt ist, dass das ursprüngliche Ziel der Sommerzeit weit verfehlt wird, sinkt die Zustimmung noch mehr.
Strom sparen sollte die Zeitverschiebung, aber es hat eine Weile gedauert, bis die politischen Verantwortlichen gemerkt haben, dass wir die Lampen abends zwar später einschalten können, dafür müssen wir sie jetzt morgens wieder anknipsen. Der Spareffekt, sagen alle Stromversorger unisono, ist kaum messbar.
Also müssen wir wieder durch. Und da wird der Montag für viele Menschen ein harter Tag. Von Sonntag an geht alles eine Stunde früher los. Auch die Arbeit.
Mit ein paar Tricks von Schlafforscher Professor Jürgen Zulley klappt das Aufstehen und Wachbleiben besser.

Wie bekomme ich es hin, am Montag trotz Zeitumstellung fit zu sein?
Man kann schon am Wochenende vorsorgen: Am besten steht man schon am Sonnabend eine halbe Stunde früher auf, verlegt auch die Mahlzeiten um eine halbe Stunde vor und geht am besten abends eine halbe Stunde eher ins Bett. „So kommt der Körper schon mal in den Sommerzeit-Rhythmus“, sagt Zulley. Am Sonntag verlegt man Aufstehen, Essen und Schlafen um eine weitere halbe Stunde vor. So ist die eine Stunde am Montagmorgen schon aufgeholt.

Darf ich mir einen Mittagsschlaf gönnen?
Am Sonntag verzichtet man besser auf ein Nickerchen, denn das erschwert das frühere Einschlafen am Abend, und man ist Montagmorgen noch müder. Auch am Montag sollte man, wenn möglich, ohne Mittagsschlaf auskommen, rät Zulley. Dann kann der Körper sich leichter an die neue Zeit gewöhnen. Wer nicht ganz ohne Mittagsschlaf kann, sollte nicht länger als eine halbe Stunde schlafen. Das wirkt sich am wenigsten auf den Schlaf am Abend aus.

Was hilft mir sonst noch bei der Zeitumstellung?
„Ganz wichtig: Nicht ärgern!“, sagt Zulley. Man sollte sich bewusst machen, dass die Müdigkeit nur vorübergehend ist. In der Regel braucht die innere Uhr ein bis zwei Tage, um sich umzustellen.

 

Umfrage: Ist die Zeitumstellung noch sinnvoll?

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Tim Stein (28), Detektiv, Leipzig:

Mich stört die Zeitumstellung überhaupt nicht, ich bin mit der Sommerzeit aufgewachsen. Wenn die meisten Bürger gegen die Sommerzeit sind, dann könnten wir sie auch abschaffen. Vielleicht ist die Sommerzeit überholt.

 

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Eike Kassebaum (29), Staatsanwalt, Hannover:

Ich kann auf die Sommerzeit verzichten. Sie ist unnötig. Die erhofften ökologischen Vorteile sind nicht eingetroffen. Wir haben heute modernere Techniken zur Energiegewinnung als die „primitive“ Methode der Zeitumstellung.

 

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Claudia Singer (33), Hausfrau und Mutter, Hannover:

Die Sommerzeit sollten wir abschaffen, die Zeitumstellung verwirrt nur den Körper. Und es werden auch keine positiven Effekte beim Einsparen von Energie erreicht.

 

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Insa Lienemann (56), Geschäftsführerin, Hannover:

Mir ist die Zeitumstellung eigentlich egal. Ich habe damit noch nie ein Problem gehabt. Für mich hat die Sommerzeit nur den Vorteil, dass es am Abend länger hell ist.

 

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Michael Laurien (42), Kaufmann, Hannover:

Die Sommerzeit braucht kein Mensch. Sie macht mehr Arbeit als sie von Nutzen ist. Ich kennen insbesondere ältere Menschen, die mit der Zeitumstellung große Probleme haben.

 

Umfrage / Fotos: Triller

Bildquelle

  • Zeitumstellung: Imago

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