Zu viele Taxis in Hannover
In Hannover gibt es zu viele Taxis, so das Fazit eines Gutachtens im Auftrag der Verwaltung. Foto: Dröse

Zu viele Taxis in Hannover

In Hannover gibt es zu viele Taxis für zu wenig Fahrgäste. Deshalb ist die wirtschaftliche Lage der Taxiunternehmen mangelhaft. Zu diesem Ergebnis kommt ein Gutachten, das heute Abend im Haushaltsausschuss der Stadt vorgestellt wird. Dass es in absehbarer Zeit mehr Fahrgäste gibt, hält der Gutachter für unwahrscheinlich. Deshalb empfiehlt er, das Angebot zu verringern. Darauf kann die Stadt Einfluss nehmen. Denn jedes Taxi benötigt eine Konzession, also eine Betriebserlaubnis von der Verwaltung. Der Gutachter schlägt vor, die Zahl der Taxis um zehn Prozent auf 575 zu reduzieren. Zur Zeit gibt es in Hannover etwa 640 Taxis. Kurzfristig kann die Stadt ihre Zahl aber nicht steuern.

Eine bestehende Betriebserlaubnis für ein Taxi darf die Stadt nicht entziehen. Stattdessen muss sie darauf warten, dass Unternehmen Konzessionen freiwillig zurückgeben oder aufgrund von Insolvenzen oder Verstößen verlieren. Sie erteilt die Lizenzen dann nicht neu. Nach diesem Prinzip ist die Stadt auch in den vergangenen Jahren verfahren.

„Unserer Ansicht nach gibt es in Hannover etwa 100 Konzessionen zu viel“, betont Michael Frenzel, stellvertretender Vorsitzender des Fachvereins Taxi- und Mietwagen: „Eine Reduzierung ist auf jeden Fall sinnvoll.“ Weil die Stadt keine Konzessionen entziehen könne, sei es aber schwer kalkulierbar, wie schnell das Ziel von zehn Prozent erreicht werde: „Dieses Jahr wurden bisher fünf Lizenzen freiwillig zurückgegeben. Im Falle einer Insolvenz kann es auf einen Schlag einen sehr viel größeren Rückgang geben“, sagt Frenzel.

Gravierende Nachteile für die Fahrgäste erwartet Frenzel nicht, wenn sich die Zahl der Taxis verringert. „Auch zu Spitzenzeiten beispielsweise während der Messen, werden wir weiterhin alle Fahrgäste befördern können“, versichert er. Die Wartezeiten könnten sich im Einzelfall etwas verlängern: „Wenn alles zusammenkommt – also beispielsweise Schnee während der CeBIT – muss ein Fahrgast dann vielleicht 15 Minuten warten und nicht wie bisher fünf.“

Das Überangebot an Taxis in Hannover resultiere auch daraus, dass die Zahl der Fahrgäste im Verlauf der Jahre kontinuierlich zurückgegangen sei. „Spätestens seit der Expo im Jahr 2000 gibt es in Hannover einen gut ausgebauten öffentlichen Nahverkehr, mit dem wir im Wettbewerb stehen“, sagt Frenzel. Aber auch Flughafen-Shuttle-Dienste und andere Fahranbieter machten den Taxis Konkurrenz.

Vor dem Hintergrund der schwierigen wirtschaftlichen Lage sahen sich viele Taxi-Unternehmer mit dem Mindestlohngesetz im vergangenen Jahr überfordert. Auf ihren Antrag beschloss der Rat eine Tariferhöhung um etwa 20 Prozent. „Das Gutachten zeigt, dass das absolut notwendig war“, so Frenzel. Die Situation sei für die Taxi-Unternehmen weiterhin angespannt. Eine weitere Preiserhöhung solle es in diesem Jahr aber nicht mehr geben: „Wir müssen auch darauf Rücksicht nehmen, was wir der Bevölkerung zumuten könne.“

Bildquelle

  • Hannover TAXI vor HBF (Foto: Rainer Droese): Dröse

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