30 Jahre mit Courage. Laatzens Frauenzentrum ist seit drei Jahrzehnten Anlaufstelle für Frauen in Notlagen
Hatten allen Grund zum Feiern (von links): Nicole Waldmann, Silvia Eckstein, Christiane Claßen aus dem Donna-Clara-Vorstand und Susanne Schütte.

30 Jahre mit Courage. Laatzens Frauenzentrum ist seit drei Jahrzehnten Anlaufstelle für Frauen in Notlagen

Laatzen. Einen doppelten Grund zum Feiern gab es am Freitag vergangener Woche in der Hildesheimer Straße 85. 30 Jahre ist es her, dass das dort seit einigen Jahren angesiedelte Frauenzentrum Laatzen gegründet wurde; auf eine mittlerweile 20-jährige Erfolgsgeschichte blickt die vom Trägerverein Donna Clara – Beratungsstelle für Frauen und Mädchen in Gewaltsituationen ins Leben gerufene Sozialpolitische Reihe des Frauenzentrums zurück.

Vor den rund 100 Gästen des Doppelgeburtstages überbrachte zunächst Jürgen Köhne die besten Glückwünsche von Rat und Verwaltung. Der Laatzener Bürgermeister betonte die Bedeutung der Arbeit von Donna Clara, dank derer unter anderem das Thema Häusliche Gewalt stärker in das Bewusstsein der Öffentlichkeit getragen worden sei. Angesichts des Vorhabens der Region Hannover, die Beratungsarbeit für Frauen in den Umlandgemeinden intensivieren zu wollen, kündigte Köhne an, die Zusammenarbeit mit den ebenfalls von Donna Clara betreuten Nachbarkommunen Hemmingen und Pattensen auch auf diesem Gebiet ausbauen zu wollen.

Im weiteren Verlauf des Nachmittags blickte neben den hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und den ehrenamtlichen Vorständen des Vereins auch die Gleichstellungsbeauftragte der Region Hannover, Petra Mundt, auf die Anfänge des Frauenzentrums Laatzen zurück, welches 1989 von einer drei Jahre zuvor gegründeten Fraueninitiative in privat angemieteten Räumen an der Eichstraße ins Leben gerufen worden war. Noch im selben Jahr wird das erste Veranstaltungsprogramm des neuen Zentrums gestaltet, bevor in den Jahren darauf weitere Gruppen gegründet, eine Veranstaltungsreihe zum Thema „Sexuelle Gewalt gegen Mädchen“ konzipiert und eine erste ABM-Stelle zur Einrichtung des Notruftelefons eingerichtet wird.

Heute sind es mit Susanne Schütte (seit 1992), Nicole Waldmann (seit 2006) und Silvia Eckstein (seit 2016) drei feste Mitarbeiterinnen, die Frauen – angefangen bei physischer und sexualisierter Gewalt über sexuelle Belästigung und sexuellen Missbrauch bis hin zu Stalking und Mobbing – in unterschiedlichsten Konfliktfeldern beratend zur Seite stehen. Nachgefragt wird das Beratungsangebot des Frauenzentrums – oft auch mehrfach – aktuell von rund 400 Frauen jährlich.

Rund 6000 Frauen haben das Frauenzentrum und sein Kooperationspartner, die Heinrich-Böll-Stiftung Niedersachsen, in den zurückliegenden 20 Jahren mit ihrer Sozialpolitische Reihe erreicht, in deren Rahmen Jahr für Jahr etwa Veranstaltungen – Vorträge, Lesungen, Filmvorführungen und Exkursionen – durchgeführt werden.

Begleitet wurde die Geburtstagsfeier des Frauenzentrums von der Kölner Frauenband Abends mit Beleuchtung und dem hannoverschen Lesbenchor Leineperlen. Ein Programm, dass – wie der gesamte Nachmittag – offenbar gut ankam. „Es gab viele ausgesprochen positive Rückmeldung“, freuten sich Schütte und deren Kolleginnen, die auf Geschenke zum 30. Geburtstag bewusst verzichtet hatten: Stattdessen war unter den Gästen um Spenden für den Kauf von Hygieneartikeln für Mädchen und junge Frauen in Malawi geworben worden.

 

Bildquelle

  • : Torsten Lippelt

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