Den Blick in die Geschichte erweitern. Kristina Osmers und Werner Dicke richten Offenen Brief an die Abgeordneten des Niedersächsischen Landtages
Kristina Osmers und Werner Dicke, die Initiatoren der Petition „Erhalt des Römerlagers Wilkenburg“, haben sich mit einem Offenen Brief an die Abgeordneten des Niedersächsischen Landtages gewandt.

Den Blick in die Geschichte erweitern. Kristina Osmers und Werner Dicke richten Offenen Brief an die Abgeordneten des Niedersächsischen Landtages

Hemmingen. Niedersachsens Grüne haben sich unmittelbar nach der Anhörung im Petitionsausschuss des Landtages am 21. Mai dazu entschlossen, die Eingabe „Erhalt des Römerlagers Wilkenburg“ der Landesregierung zur Berücksichtigung zu überweisen. Konkret bedeutet dies: Die Grünen beabsichtigen, die Landesregierung dazu aufzufordern, dem Anliegen der Petenten stattzugeben. Offen ist derzeit noch, wie sich die übrigen Fraktionen des Landtages zu der von Kristina Osmers und Werner Dicke initiierten Petition stellen. Vor diesem Hintergrund haben die beiden Petenten in einem von einer Reihe prominenter Unterstützer unterzeichneten Offenen Brief an die Abgeordneten des Niedersächsischen Landtages nochmals ihre wichtigsten Argumente für den Erhalt des Römerlagers zusammengefasst.

Weniger auf das Römerlager als auf das Petitionsrecht an sich zielen dabei die ersten beiden in dem Brief aufgeführten Punkte: Petitionen, heißt es da, ermöglichten es den Bürgern, Anliegen von öffentlichem Belang in den politischen Willensbildungsprozess einzubringen. Zugleich stellten sie, dadurch, dass ein größerer Kreis sachkundiger Personen in den Entscheidungsprozess eingebunden werde, eine Möglichkeit dar, Entscheidungen der Verwaltung zu kontrollieren beziehungsweise zu hinterfragen.

In Punkt drei schließlich verwahren sich die Unterzeichner – unter ihnen die ehemaligen Landtagspräsidenten Jürgen Gansäuer (CDU) und Rolf Wernstedt (SPD) – dagegen, unser – Zitat – „kollektives Gedächtnis zu verspeisen“. Anders ausgedrückt: Es dürfe – Stichwort Kiesabbau – nicht sein, dass pekuniäre Tagesziele und eine wirtschaftliche Totalverwertung allein das Dasein der Menschheit bestimmten.

Von der Bedeutung der griechisch-römischen Antike für ein gesamteuropäisches Bewusstsein wiederum ist in Punkt vier des Offenen Briefes die Rede. „Nationalstaatliche Grenzen wie wir sie heute kennen“, heißt es da, „sind zumeist im 19. und 20. Jahrhundert gezogen, ihre Dauer ist kurz im Vergleich zu den Raumgrenzen des römischen Imperiums.“ Und weiter: „Unsere persönliche Identität gestaltet sich ebenso vielschichtig wie die verschriftliche Vergangenheit ganzer Völker. Geschichte auf die letzten zwei Jahrhunderte zu beschränken würde uns unnötig amputieren und Identitätschancen verschleudern.“ rks

 

Bildquelle

  • : privat

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