Deutsch-deutsches Miteinander. Turnerinnen aus Gleidingen und dem brandenburgischen Spremberg verbindet seit 30 Jahren eine herzliche Freundschaft
Freundschaftliches Miteinander: Turnerinnen des BSV „Hannovera“ Gleidingen und des SSV Spremberg bei ihrem Besuch der Marienburg.

Deutsch-deutsches Miteinander. Turnerinnen aus Gleidingen und dem brandenburgischen Spremberg verbindet seit 30 Jahren eine herzliche Freundschaft

Laatzen/Spremberg. Als Ende 1989 – die die beiden deutschen Staaten trennende Mauer war kurz zuvor gefallen – beim BSV „Hannovera“ Gleidingen angefragt wurde, ob der Verein nicht eine Art Patenschaft für einen Sportverein aus der zu diesem Zeitpunkt noch existierenden DDR übernehmen wolle, war die Begeisterung nicht eben groß. Zwar machten sich unter anderem mit dem damaligen 1. Vorsitzenden des BSV, Helmut John, und der Abteilungsleiterin Turnen, Petra Hansen, eine Reihe von Vorstandsmitgliedern auf in das unweit von Cottbus gelegene Städtchen Spremberg, die angedachte freundschaftliche Verbindung zwischen den Fußballern des BSV „Hannovera“ Gleidingen von 1869 und des SSV Spremberg von 1862 kam jedoch nicht zustande. Die Fußballer beider Seiten, erinnert sich die frühere Pressewartin des BSV, Waltraud Röhrich, hatten schlichtweg kein großes Interesse an einer solchen Verbindung.

Ganz anders verhielt es sich mit den Turnerinnen aus Gleidingen und Spremberg. Petra Hansen und ihr Gegenpart vom SSV, Heidi Förster, verstanden sich auf Anhieb so gut, dass die Turnerinnen die ursprünglich den Fußballern beider Vereine zugedachte Rolle übernahmen: eine Verbindung zwischen Ost und West auf der Ebene zweier Sportvereine anzubahnen.

30 Jahre später, dies zeigte sich einmal mehr im Juni dieses Jahres, ist aus dieser Verbindung zwischen Gleidingen und Spremberg eine echte Freundschaft erwachsen. Anfänglich Jahr für Jahr, seit 2000 im Zweijahres-Rhythmus treffen sich größere Delegationen der Turnsparten beider Vereine für drei Tage wechselseitig im ehemaligen Westen und Osten des Landes.

Immer noch mit dabei sind Petra Hansen und Heidi Förster, die die für zwei Sportvereine auch heute noch recht ungewöhnliche Verbindung zwischen Ost und West vor 30 Jahren auf den Weg brachten. Man habe, schreibt Waltraud Röhrich, gemeinsam drei wunderschöne Tag verbracht – mit Ausflügen zur Marienburg und zum Wisentgehege, mit vielen Gesprächen und einer fröhlichen Geselligkeit. Die Turnerinnen des BSV „Hannovera“ Gleidingen und des SSV Spremberg, so scheint es, haben ihren Teil dazu beigetragen, dass die in vielen Köpfen noch immer existierende Mauer zwischen Ost und West hier und da dann doch zu existieren aufgehört hat. red

Bildquelle

  • : privat

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