Die grobe Richtung steht. Laatzens Stadtrat verabschiedet den Verkehrsentwicklungsplan / CDU und FDP stimmen dagegen
Für den Bereich vor dem Leine-Center sieht der jetzt verabschiedete Verkehrsentwicklungsplan eine gemischte Verkehrszone für Fußgänger, Rad- und Autofahrer vor. Der Ortsrat Laatzen hatte sich gegen eine solche Maßnahme ausgesprochen.

Die grobe Richtung steht. Laatzens Stadtrat verabschiedet den Verkehrsentwicklungsplan / CDU und FDP stimmen dagegen

Laatzen. Nach mehr als sechs Monaten intensiv geführter Debatten ist der Verkehrsentwicklungsplan (VEP) jetzt vom Rat der Stadt mehrheitlich verabschiedet worden. Geschlossen gegen den 250 Seiten starken Leitfaden zur künftigen Verkehrsentwicklung stimmten CDU und FDP. Die Gruppe hatte in verschiedenen Gremien Dutzende Änderungsanträge eingebracht, von denen in der punktuell überarbeiteten Vorlage jedoch kaum einer Berücksichtigung fand. Bis zuletzt umstritten blieben vor allem die in dem Papier enthaltenen Empfehlungen zur künftigen Radverkehrsführung sowie die geplanten Fahrbahnverengungen und Temporeduzierungen für Autofahrer.

So hatten CDU und FDP unter anderem vorgeschlagen, Fuß- und Radverkehrsanlagen nur zu trennen, wenn Sicherheitsvorschriften dies erforderlich machtem. Die Verwaltung jedoch hielt an der weitreichenderen Formulierung fest, aufgrund der Geschwindigkeitsunterschiede von Radfahrern und Fußgängern deren Wege baulich zu trennen.

Auch die Forderung, das Wort „Geschwindigkeitsreduzierung“ aus dem Maßnahmenkatalog zu streichen und stattdessen auf die „Förderung der gegenseitigen Rücksichtnahme der Verkehrsteilnehmer“ zu setzen, fand keine Mehrheit. Es seien, heißt es in der Antwort der Verwaltung, explizit Geschwindigkeitsreduzierungen vorgesehen, um innerorts eine Angleichung der Geschwindigkeiten zu erzielen. Tatsächlich sieht der Verkehrsentwicklungsplan vor, im Sinne der Verkehrssicherheit und der Idee von „Vision Zero“ in Laatzen – also einer Stadt ohne tödliche Unfälle – auf Hauptverkehrsstraßen abschnittsweise Tempo 30 oder 40 zuzulassen.

Dass Laatzen als Wirtschaftsstandort auch von Pendlern lebe, betonte demgegenüber der Vorsitzende der CDU-Ratsfraktion, Christoph Dreyer. Wie bei anderen Verkehrsmitteln sei es wichtig, dass auch der Kfz-Verkehr zügig in und durch die Stadt rollen könne. Mit den im VEP vorgeschlagenen Maßnahmen jedoch werde dieser ohne Not ausgebremst. Matthias Krüger (Grüne) hingegen äußerte sich zufrieden über die Empfehlungen des VEP: „Der vorhandene Raum muss anders aufgeteilt werden, so dass alle Verkehrsteilnehmer Berücksichtigung finden.“

Dem wollte Gerhard Klaus (FDP) nicht grundsätzlich widersprechen. Vorschläge wie der stellenweise Rückbau der Erich-Panitz- und der Hildesheimer Straße sowie die zusätzliche Einrichtung von Tempo-30-Zonen würden der 40 .000-Einwohner-Kommune Laatzen jedoch nicht gerecht. Ein dörflicher Verkehr im urbanen Zentrum führe zum Verlust der Attraktivität, sagte Klaus, der – wie zuletzt auch der Ortsrat Laatzen – vor der Ausweisung eines gemischten Verkehrsbereiches für Fußgänger, Radfahrer und Autos an der Erich-Panitz-Straße auf auf Höhe der Stadtbahnhaltestelle „Laatzen-Zentrum“, warnte.

Bürgermeister Jürgen Köhne seinerseits verteidigte den Verkehrsentwicklungsplan: „Es war wichtig, möglichst weit in die Zukunft zu denken, und dafür haben wir Hilfe von renommierten Planern in Anspruch genommen.“ Welche Maßnahmen wann und wie umzusetzen seien, sei noch zu beraten. „Wenn ich jetzt für den Plan im Sinne der Verwaltung stimme, ist das keine Stimme gegen die Einwände der Ortsräte. Auch diese werden ernst genommen und sind nicht vom Tisch.“ Der Gesamtplan aber sei wichtig. „Wir brauchen ihn.“

Bildquelle

  • : Johannes Dorndorf

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