Erkundungen im „Zwillingsland“. Partnerschaftsprojekt führt zwei junge Franzosen aus Grand-Quevilly für zehn Tage nach Laatzen
Man versteht sich (von links): Alexandre Scheid und Blandine Devalland auf dem Balkon ihrer Gastgeber Sven Runge und Michelle Sindram.

Erkundungen im „Zwillingsland“. Partnerschaftsprojekt führt zwei junge Franzosen aus Grand-Quevilly für zehn Tage nach Laatzen

Laatzen. Für beide ist es nicht der erste Aufenthalt in Deutschland, Laatzen jedoch stellt sowohl für Blandine Devalland als auch für Alexandre Scheid Neuland dar. Das in Laatzens französischer Partnerstadt Grand-Quevilly beheimatete junge Paar ist seit einigen Tagen in der Stadt zu Gast, um Recherchen für das Projekt „Rendez-vous en terres jumelles“ (frei übersetzt: „Wir sehen uns in Zwillingsländern“) anzustellen.

Ausgerüstet mit Kamera, Aufnahmegerät und Schreibblock sind die 20-jährige Devalland und ihr 19 Jahre alter Freund seit dem vergangenen Wochenende in Laatzen unterwegs, nehmen Fotos und Videos auf, führen Interviews mit Bürgern und notieren ihre Gedanken zu den Begegnungen. Spannend sei das sagt Devalland, schließlich verbinde man – solange man noch nicht selbst da war – mit den Partnerstädten selten mehr als nur einen Namen. Auch Scheid ist von der Möglichkeit begeistert, in eine fremde Stadt reisen, die Einwohner kennenlernen und neue Dinge entdecken zu können. Nichts sei besser, um die Verbindung mit anderen Ländern zu stärken und – wie in diesem Fall – andere Menschen dazu anzuregen, selbst zu reisen und sich gegenüber anderen Ländern und Kulturen offen zu zeigen.

Besondere Erwartungen an die Stadt gebe es nicht, betont das Paar: „Wir haben erst im Februar erfahren, dass wir nach Laatzen fahren.“ Zu diesem Zeitpunkt steckten Scheid und Devalland – beide studieren am Institut National des Sciences Appliquées (INSA) bei Rouen – noch mitten in ihren Examensvorbereitungen. Entsprechend kurz war die Vorbereitungszeit für die beiden jungen Franzosen, die als Schüler schon einmal in Deutschland waren. Und auch eine Verbindung nach Laatzen gibt es – zumindest bei Devalland. Ihre Eltern waren im Rahmen eines Schüleraustausches zu Gast in der Stadt, ihr Vater besuchte Laatzen in der Vergangenheit bereits mehrfach mit seinem Tischtennisverein.

Für zehn Tage in Laatzen untergekommen sind Scheid und Devalland bei Sven Runge und Michelle Sindram aus Alt-Laatzen. Beide hatten sich auf eine Suchanzeige der Stadt gemeldet – und es bislang nicht bereut. „Wir sind altersmäßig dicht beieinander, das passt einfach“, sagt Runge und deutet an, dass es da noch ein anderes Motiv gegeben habe, den Franzosen Quartier zu gewähren. „Uns gefällt das Bild nicht, das andere im Ausland von den Deutschen haben. Vielleicht können wir auf diesem Weg dazu beitragen, dass sich dieses Bild zumindest ein wenig korrigiert.“

Für die Teilnahme an dem Projekt „Rendez-vous en terres jumelles“ haben sich etwa 90 Interessierte aus Grand-Quevilly beworben. Zehn von ihnen besuchen bis Ende August für jeweils zehn Tage eine der insgesamt fünf Partnerstädte der französchen Kommune. Von ihren Eindrücken aus Laatzen, Levis (Kanada), Morondava (Madagaskar), Hinckley (England) und Ness Ziona (Israel) berichten werden die Teilnehmer in ihrer Heimatstadt auf einem im November geplanten, großen Stadtfest. Wer bereits heute neugierig ist: Fotos und kurze Videos der beiden jungen Franzosen aus Laatzen gibt es bereits jetzt auf Instagram unter @rdvterresjumelles zu sehen.

 

Bildquelle

  • : Daniel Junker

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