Literarisches unter bewölktem Himmel. Hausfrauenbund lässt sich durch das alte Grasdorf führen
Trotz nicht eben optimaler äußerer Bedingungen, das Interesse an dem von Dorit Battermann und Holger Schröder geleiteten literarischen Spaziergang war groß. Foto: privat

Literarisches unter bewölktem Himmel. Hausfrauenbund lässt sich durch das alte Grasdorf führen

Laatzen (rks). Dass ein nachmittäglicher Spaziergang im Spätsommer auch unter einem stark bewölkten Himmel durchaus reizvoll sein kann, haben dieser Tage Dorit Battermann und Holger Schröder vom Förderverein der Stiftung Grasdorf an der Leine eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Gemeinsam mit einer Gruppe des Deutschen Hausfrauenbundes Laatzen unternahmen sie einen literarischen Spaziergang durch den historischen Ortskern Grasdorfs.

Vom Ausgangspunkt, der St.-Marien-Kirche, aus erreichte die Gruppe über die Pilgergasse zunächst die Leinebrücke, an der bis 1953 eine Flußbadeanstalt mit Sprungturm zu finden war. Ein Ort, an dem Battermann und Schröder Texte von Hermann Hesse und dem Grasdorfer Chronisten Helmut Flohr vortrugen.

Weiter ging es an der Äppelklauwiese vorbei in Richtung Kirchstraße, von wo aus sich den Teilnehmerinnen der unverbaute Blick auf den Kirchturm der St.-Marien-Kirche öffnete. Nächste Station: der Plinkengang. Er ist Teil der Via Scandinavica, des norddeutschen Jakobsweges, der die Länder Skandinaviens mit den Jakobswegen in Mittel- und Süddeutschland verbindet. „Und man glaubt es kaum“, schreibt die Vorsitzende des Hausfrauenbundes Laatzen, Ingrid Pawelczak, „als Holger Schröder dort die dem altgriechischen Dichter Äsop zugeschriebene Fabel Die Sonne und der Wind rezitierte, zeigte sich für einen kurzen Moment die Sonne und der Himmel wirkte auf einmal gar nicht mehr so bedrohlich.“

Am früheren Dorfmittelpunkt Grasdorfs, dem Thie, endete der literarische Spaziergang schließlich mit der Erzählung Die Stadt der Brunnen des kreolischen Paters Mamerto Menapace, nacherzählt von Jorge Bucay. „Dieser Spaziergang“, fasst Ingrid Pawelczak ihre Eindrücke zusammen, „war ein ganz besonderes Erlebnis. Es war schön, einfach einmal eine Stunde zu sich selbst kommen, die Ruhe zu genießen und das wechselhafte Sommerwetter vergessen zu können. Ich denke, wir alle haben unseren Heimweg mit einem veränderten Blick auf Grasdorf angetreten.“

 

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