Piraten kapern den Schützenumzug. Das Doppeldorf feiert drei Tage lang Schützenfest / Schummelei beim Firmenschießen
Neben dem Schützenfest, dem Weinfest und dem Weihnachtsmarkt mittlerweile eine der beliebtesten Veranstaltungen im Doppeldorf: die Gewinner des vom SV „Horrido“ Ingeln alljährlich organisierten Firmenschießens.

Piraten kapern den Schützenumzug. Das Doppeldorf feiert drei Tage lang Schützenfest / Schummelei beim Firmenschießen

Laatzen. So einen Vorfall hat es in 40 Jahren noch nicht gegeben. Seit 1979 ist die Bekanntgabe der Gewinner des Firmenschießen ein fester Bestandteil des Schützenfestes in Ingeln-Oesselse. Vereine, Kollegen und Freundeskreise ringen bei dem Spaßwettbewerb um den eisernen Pokal – eigentlich immer fair und mit Spaß an der Sache. In diesem Jahr war das anders, wie am Freitag vergangener Woche zum Auftakt des Schützenfestes bekannt wurde. „Zum ersten Mal mussten wir eine Mannschaft disqualifizieren“, sagte der Vorsitzende des SV „Horrido“ Ingeln, Andreas Aue, der den traditionellen Kommers zum Auftakt des dreitägigen Festes moderierte.

52 Teams hatten sich in diesem Jahr an dem Firmenschießen beteiligt, zusammen 276 Einzelschützen. Der Schummelversuch war bei der maschinellen Auswertung der Treffer aufgefallen. Drei Scheiben wurden dabei aussortiert. „Es ergibt keinen Sinn, diesen fairen Wettbewerb durch Tricks kaputt zu machen“, ärgerte sich Aue, der die Namen der Schwindler jedoch für sich behielt.

Ganz ohne Schummeln gewonnen hat den beliebten Wettbewerb in diesem Jahr das Team „Mattern Baumfällung“ (Manuel Lopez / Philipp Mattern) vor dem Duo „Knallender Reifen“ (Bruni Kraft / Uwe Klokow) und den „Mohikanern“ (Jan Behrens / Alexander Fink). Entsprechend konnten sich die Baumfäller auch in der Einzelwertung weit vorn platzieren: Lopez auf Rang eins, Mattern auf Rang drei – dazwischen Sabine Steinhof von der Schwimmschule Hippo Campus.

Hatte Jürgen Köhne bei seiner Begrüßung im Festzelt seiner Hoffnung Ausdruck verliehen, dass während des von den Schützenvereinen Oesselse und „Horrido“ Ingel gemeinsam organiserten Schützenfestes drei Tage lang die Sonne scheinen möge, sah sich der Laatzener Bürgermeister in dieser Hinsicht getäuscht. Der Umzug am Sonntagnachmittag begann zwar bei Sonnenschein, endete aber mit einem ordentlichen Schauer.

Der guten Stimmung tat dies jedoch keinen Abbruch: Speziell die Gäste vom Schützenverein Gleidingen hatten die Lacher auf ihrer Seite, als sie – ausstaffiert mit Augenklappe und Totenkopfflagge – als „Piratenkompanie“ den Festplatz enterten. Als Beute im Gepäck: die Schützenfahne der Ingelner, die man am Wochenende zuvor auf dem Gleidinger Schützenfest erbeutet hatte. Bei der humorvoll inszenierten Rückgabe heftete Gleidingens erster Schütze Christian Dawideit seinem Amtskollegen Andreas Aue und Ingelns Fahnenträger Kevin Steinhof einen eigens aus diesem Anlass gestalteten Piratenorden an das Revers.

Bildquelle

  • : Mario Moers

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