Herrenhäuser Gärten

Die Herrenhäuser Gärten in Hannover sind ein beliebtes Ausflugsziel. Sie gehören zu den schönsten historischen Gartenanlagen Europas. Das europäische Gartennetzwerk European Garden Heritage Network (EGHN) hat sie dafür mit dem Gartenpreis 2015 ausgezeichnet. In der Kategorie „Historische Gärten“ hat das Netzwerk damit erstmals einen deutschen Park prämiert.

Zu den Herrenhäuser Gärten gehören der barock gestaltete Große Garten, der Berggarten mit den großen Gewächshäusern und seltenen Pflanzen, der Georgengarten und der Welfengarten mit dem Welfenschloss, dem heutigen Sitz der Leibniz Universität.

Historisches Kernstück der Herrenhäuser Gärten ist der Große Garten. Er lässt sich in Schönheit und Ausgestaltung durchaus mit der um ein Vielfachses größeren Gartenanlage in Versailles vergleichen. Seine eigentliche Entwicklung erfuhr der Große Garten während der Regierungszeit von Kurfürst Ernst August. Vor allem seine Frau, Kurfürstin Sophie, hat sich mit Leidenschaft um die Ausgestaltung der Herrenhäuser Gärten gekümmert und dem Großen Garten sein heutiges Gesicht gegeben. Sophie liebte ihren Garten. Gern ging sie dort zusammen mit dem Philosophen und Mathematiker Gottfried Wilhelm Leibniz spazieren. Bis zu ihrem Tod im Jahr 1714 lagen ihr die Herrenhäuser Gärten am Herzen. Im Großen Garten – an eben der Stelle, an der heute ihr Denkmal steht – ist Sophie im Alter von 83 Jahren an einem Schlaganfall gestorben.

Weil sich die folgenden Regenten kaum um die Gartenanlage kümmerten, blieb sie in der barocken Gestaltung erhalten, die Kurfürstin Sophie ihr verliehen hatte. Erst unter König Georg V. gewann der Garten wieder an Bedeutung. Er erklärte Herrenhausen 1862 zu seiner ständigen Residenz. Doch dieser neuen Bedeutung des Großen Gartens wurde 1866 durch den Verlust von Land und Krone schnell wieder ein Ende gesetzt.

Bis dahin hatte das Schloss Herrenhausen im Großen Garten der Welfenfamilie als Sommerresidenz gedient. Ursprünglich war es im Barockstil erbaut worden. Hofbaumeister Georg Ludwig Friedrich Laves gestaltete es von 1819 bis 1821 im klassizistischen Stil um. Auch die sogenannte Grotte ist bei den Besuchern beliebt. Sie wurde zur Expo 2000 restauriert und anschließend nach den Plänen von Niki de Saint Phalle ausgestaltet.

In Erinnerung an die Gartengestalterin Kurfürstin Sophie haben die Herrenhäuser Gärten eine Rose, eine Narzisse sowie eine Rhododendron-Sorte auf ihren Namen getauft. Sie sind im Infopavillon der Herrenhäuser Gärten erhältlich.

Jedes Jahr lockt das Kleine Fest drei Wochen lang zehntausende Besucher in den Großen Garten. Mehr zum Kleinen Fest im Großen Garten lesen Sie auf unserer Themenseite.

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